Therapie

   Ergotherapie in der Anne-Frank-Schule wendet sich vor allem an die Kinder und Jugendlichen, die in ihrer Entwicklung verzögert, in ihrer Handlungsfähigkeit und Selbstständigkeit eingeschränkt oder    von einer Körperbehinderung betroffen sind. In der Anne-Frank-Schule stehen 100 Einheiten Ergotherapie zur Verfügung, so dass etwa die Hälfte aller Lerngruppen in einem Schuljahr Ergotherapie erhalten kann. Das Ergotherapiekonzept regelt die sinnvolle Verteilung der zur Verfügung stehenden Stunden. Ergotherapie findet als Einzel- oder Gruppentherapie und auch als therapeutisches Angebot in verschiedenen Unterrichtsfächern statt.

Die Ergotherapeutinnen sind in alle schulischen Abläufe und Prozesse eingebunden.

 Übergeordnetes Ziel ist die stetige Erweiterung der Handlungskompetenz und im Zusammenhang damit die größtmögliche Teilhabe und Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen.
Die Ergotherapiestunden ermöglichen  eine individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen, die  die bestmögliche schulische Teilhabe anstrebt.

   

 Dieses kann z.B. geschehen durch:
      -   Förderung der Grafomotorik
      -   Ausführen und üben von Aktivitäten des Alltags
          (an- und umziehen, Tasche ein- und ausräumen, Umgang mit Besteck, Ordnung am
          Arbeitsplatz,
      -   Umsetzen von Arbeitsanweisungen, Bus fahren usw.)
      -   Förderung der kognitiven Fähigkeiten ( Konzentration, Ausdauer etc.)
      -   Hilfsmittelversorgung (Schreibhilfen, Essbesteck,
          Computerversorgung, Sitzhilfen und deren Einsatz.

Durch Einsatz verschiedener Arbeitsmaterialien und Techniken werden die Kinder und Jugendlichen zur Mitarbeit motiviert.

Dies führt zur Verbesserung von motorischen und sensorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten
sowie zur Stärkung des Selbstbewusstseins.

 

Neben der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen stehen die Ergotherapeutinnen der Anne-Frank-Schule den Lehrkräften auch zur Beratung zur Verfügung, wenn es um die Einschätzung und Förderung von Wahrnehmungsprozessen und motorischen Leistungen geht. Beratungen erfolgen sowohl für die SchülerInnen unserer Schule als auch für die anderer Schulen, sofern diese von der Anne-Frank-Schule betreut werden.

 

Logopädie beschäftigt sich in Theorie und Praxis mit Prävention, Beratung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation.

 

Im Rahmen des Schulkonzeptes sind die Sprachtherapeuten und Logopäden den therapeutischen Fachkräften zugeordnet.

Kinder der AFS, die eine Kommunikationsstörung oder sich sprachlich auffällig zeigen,werden nach der Erstellung eines logopädischen Befundes in die Behandlungsphase übernommen.Die Durchführung erfolgt in Einzeltherapien und Gruppentherapien bis zum therapieimmanenten Unterricht.

 

Die Einzelförderung ist eine wichtige Ergänzung zur Förderung im Klassenverband, denn hier kann intensiv auf individuelle Probleme und die Erweiterung des multimodalen Kommunikationssystems eingegangen werden.

Im Bereich der Kommunikationsanbahnung und basaler Kommunikationsförderungen haben Einzelförderungen aufgrund der intensiven und persönlichen Interaktion eine besondere Bedeutung.

Für diese Schüler entstehen Interaktionen,in denen sie sich auf ihre persönlichen und kommunikativen Bedürfnisse konzentrieren können.

In den Gruppentherapien nehmen sowohl sprechende als auch unterstützt kommunizierende Schülerinnen und Schüler teil.

 

Aus der Aktenlage ergibt sich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten aus den Fachgebieten der Phoniatrie,Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde,Neurologie und Pädiatrie.

 

Im Rahmen von Fallbesprechungen und Teambesprechungen in den einzelnen Klassenverbänden ist eine weitere enge Absprache mit den  pädagogischen und therapeutischen Fachkräften sowie Sonderpädagogen der Schule erforderlich.

 

Bei vielen Kindern mit cerebralen Bewegungsstörungen ist im Vorfeld eine Beschaffung von sehr individuellen Kommunikations-

hilfen und elektronischen Hilfen erforderlich.

Auf Unterstützte Kommunikation angewiesen sind alle Kinder,deren lautsprachliche Fähigkeiten nicht ausreichen,um sich verständlich zu machen.

 

Im Wesentlichen sind folgende Indikationen zu behandeln:

 

- Stimmstörungen mit organischer und funktioneller Ursache

 

- Verzögerungen und Störungen der Sprachentwicklung

 

- Spracherwerbs- und Sprachstörungen bei Hörstörungen

 

- Sprech- und Stimmstörungen bei Lippen- Kiefer- Gaumenspalten

 

- Verlusten des Sprachvermögens oder des Sprachverständnisses als

Folge einer Erkrankung in den Sprachzentren des Gehirns /Aphasie

 

- Störungen des Sprechens und der Stimme infolge neurologischer

Erkrankungen /Dysatrophonien

 

- Störungen des Sprechflusses (Stottern) und Sprechrhythmusstö-

rungen (Poltern)

 

 

Die Schülerinnen und Schüler erhalten an der Anne-Frank-Schule je nach Förderbedarf eine motopädische, ergotherapeutische, physiotherapeutische und  sprachtherapeutische Förderung. Schwerpunkt ist die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen und der Zusammen-arbeit mit den Eltern, den Sonderschullehrkräften und den behandelnden Ärzten.

So sieht unser Konzept vor, dass mit den Pädagogen gemeinsam nicht nur die nötige Anzahl der Therapiestunden, sondern auch Form, Inhalte und Ziele für jedes Kind festgehalten werden. So ist es möglich, eine Verbindung von Unterricht und Therapie einzugehen, die die klassische Trennung auflöst, um die angestrebten Förderziele ganzheitlich zu verfolgen.

An der Anne-Frank-Schule gehört die Psychomotorik als großer Baustein der Motopädie zu einem therapeutischen Konzept, das die ganzheitliche Entwicklungsförderung beinhaltet.

Mit verschiedenen Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Spielangeboten wird auf den individuellen Unterstützungsbedarf des jeweils einzelnen Schülers (w/m) eingegangen. Es soll in einer möglichst spannungsfreien Atmosphäre auf die speziellen sozialen, psychisch-emotionalen und physiologischen Bedingungen positiv eingewirkt werden, mit dem Ziel, dass die Schüler (w/m) Gewohnheiten und Fertigkeiten entwickeln, die Ihnen helfen, sich im Unterricht und im sozialen Miteinander zurechtzufinden und handlungsfähiger zu werden.

  

Die psychomotorische Förderung ist im Primarbereich zum Teil integriert in den Sport- und Schwimmunterricht; findet aber auch je nach entsprechenden Unterstützungsbedarf in Kleingruppen in allen Schulstufen statt. In besonderer Weise ist die Sportart Judo zu nennen, die unter dem psychomotorischen Förderaspekt im Rahmen des Sportunterrichtes und der AG ́s angeboten wird (Bilder folgen).

  

An der Anne-Frank-Schule ist eine Motopädin in Teilzeit beschäftigt. Sie arbeitet eng mit den entsprechenden Teams der Lerngruppen zusammen und ist somit an der Erstellung eines individuellen Förderplanes beteiligt.

Die physiotherapeutische Förderung findet in Einzel- und Gruppentherapien statt. Dauer und Umfang einer Therapie richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der SchülerInnen, in enger Absprache mit den KollegInnen aus den Klassenteams.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt außerdem im Schwimm- und Sportunterricht, bei Bewegungsangeboten in der Freizeit und beim therapeutischen Reiten. Weiterhin stehen wir in Kontakt mit Eltern, Ärzten, Orthopädietechnikern und ambulanten Therapeuten. Ziel unserer Arbeit ist die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten, um den SchülerInnen eine möglichst selbstbestimmte Gestaltung des Alltags zu ermöglichen

 

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